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US-Soldaten verlassen nach Protesten die Krim

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US-Soldaten verlassen nach Protesten die Krim

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Der Streit um die amerikanischen Truppen auf der ukrainischen Halbinsel Krim ist beendet: durch ihren Abzug. 150 Soldaten verließendie Stadt Feodossija, wo sie in einem Sanatorium des Verteidigungsministeriums untergebracht waren. Die restlichen hundert sollen morgen folgen.

Die Truppen sollten eine gemeinsamen Übung vorbereiten. Ende Mai hatte ein amerikanisches Schiff Ausrüstung für das Manöver nach Feodossija gebracht. Schon die Ankunft des Schiffes löste auf der Krim Proteste aus. Hintergrund ist die verwickelte Geschichte der Krim: Die Halbinsel gehörte lange zu Russland, wurde der Ukraine aber 1954, in gemeinsamen sowjetischen Zeiten, geschenkt. Die Bevölkerung ist aber nach wie vor mehrheitlich russisch. Auch Russlands Schwarzmeerflotte ist hier noch stationiert. Viele Einwohner stehen den USA und der NATO daher kritisch gegenüber. Der ukrainische Präsident Wiktor Juschtschenko, der sein Land gegenüber dem Westen öffnen will, hatte die Militärübung dagegen verteidigt. Die NATO-Gegner auf der Krim befürchten aber, dass die USA einen Stützpunkt einrichten wollen. Das amerikanische Schiff hatte auch Baumaterial gebracht; die Soldaten sollten auf einem Übungsplatz Unterkünfte errichten. Gemeinsame Manöver gibt es schon seit fast zehn Jahren: bisher ohne derartige Proteste, aber auch ohne ausländische Truppen auf dem Boden der Krim. Die Übungen fanden nur auf See statt.