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Demonstration von Muslimen in London

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Demonstration von Muslimen in London

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In London haben mehrere hundert Muslime gegen die massive Anti-Terror-Razzia Anfang des Monats protestiert. Zwei Verdächtige waren am Freitag wieder freigelassen worden, weil die Polizei keine Hinweise auf ein Chemie-Bombenlabor hatte finden können. Entsprechende Hinweise der Geheimdienste hatten sich offenbar als falsch erwiesen.

Der Organisator der Proteste, Adnan Siddiqi, sagte: “Die muslimische Gemeinde ist sich bewusst, dass solche Razzien passieren und Leute dann wieder freigelassen werden und nichts darüber gesagt wird. So ist das Vertrauen schrittweise verloren gegangen.” Die Proteste vor dem Gebäude von Scotland Yard richteten sich besonders gegen den Chef der Londoner Polizei, Sir Ian Blair. Gegen ihn läuft zum zweiten Mal eine Untersuchung, weil auf offenbar Unschuldige geschossen wurde. Im ersten Fall war dabei ein Brasilianer in einer Londoner U-Bahnstation getötet worden. Der ehemalige Labour-Abgeordnete, George Galloway, forderte Konsequenzen: “Im Abgeordnetenhaus habe ich einen Antrag auf Entlassung von Sir Ian Blair gestellt. Er macht einen Fehler nach dem anderen und muss dafür die Verantwortung tragen.” Bei der Anti-Terror-Razzia im Stadtteil Forest Gate hatten 250 Polizisten und Spezialeinheiten das Haus einer Familie gestürmt und dabei einen Verdächtigen angeschossen. Zwei Brüder waren vorübergehend festgenommen worden. Sie erwägen jetzt Schadensersatzforderung in Höhe von 800-tausend Euro wegen Körperverletzung sowie Ehrverletzung.