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Gewalt unter Palästinensern erreicht neuen Höhepunkt

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Gewalt unter Palästinensern erreicht neuen Höhepunkt

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Die Auseinandersetzungen zwischen den beiden palästinensischen Lagern Fatah und Hamas sind eskaliert. Bewaffnete Fatah-Anhänger stürmten das Regierungsgebäude in Ramallah im Westjordanland. Die Regierung wird von der rivalisierenden Hamas geführt.

Die Angreifer zerschlugen Fenster, Möbel und Computer. Im obersten Stock legten sie Feuer; dunkler Rauch drang nach außen. Sie hinderten dann die Feuerwehr daran, den Brand zu löschen. Die neuen Ausschreitungen folgen auf den Plan von Palästinenserpräsident Machmud Abbas, eine Volksabstimmung abzuhalten. Ende Juli soll die Bevölkerung über einen Friedensplan mit Israel entscheiden. Abbas gehört der Fatah-Bewegung an; die Hamas-geführte Regierung erkennt Israel nicht an und fühlt sich durch seinen Plan umgangen. Bei den Ausschreitungen wurde auch das Parlament angegriffen. Die Fatah-Leute entführten für einige Zeit einen Abgeordneten der Hamas. Der Mann beschrieb, er sei getreten worden und habe auf dem Boden liegen müssen. Man habe ihm dann gesagt, man werde ihn heute nicht töten, aber vielleicht nächstes Mal. Nach den Vorfällen kam es noch zu einer Demonstration im Gazastreifen, dem zweiten Palästinensergebiet. Einige tausend Hamas-Anhänger protestierten gegen den Präsidenten. Außerdem trat am Abend der Tourismusminister zurück. Als Grund nannte er die neuen Ausschreitungen. Der Minister war der einzige Christ in der islamitischen Regierung.