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Zapatero will schnell mit ETA verhandeln

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Zapatero will schnell mit ETA verhandeln

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Noch im Lauf des Sommers will der spanische Regierungschef José Luis Rodriguez Zapatero Verhandlungen mit der baskischen Separatistenorganisation ETA aufnehmen. Damit reagierte er auf deren Ausrufung einer unbefristeten Waffenruhe im vergangenen März.

Zuvor hatte die Untergrundorganisation die französische Regierung aufgerufen, an den Verhandlungen zur Lösung des Baskenkonfliktes teilzunehmen. Das Baskenland ist eine Landschaft an der Atlantikküste in der Grenzregion zwischen Spanien und Frankreich. Seit ihrer Gründung Ende der 50er Jahre fordert die ETA einen eigenständigen Baskenstaat, der sowohl Gebiete in Nordspanien als auch in Südwestfrankreich umfassen soll. Ihr wurden bis Mitte 2003 mehr als 800 politisch motivierte Morde angelastet. Zum Anspruch der ETA auf französische Territorien hatte Paris bislang geschwiegen und den Separatistenkonflikt als innere spanische Angelegenheit bezeichnet. Auch zum jetzigen Appell gab es keine offizielle Stellungnahme der französischen Regierung. Zapatero hat die Befriedung des Baskenlandes zur Chefsache gemacht – darauf reagierte vor allem die rechtsgerichtete Opposition in Spanien mit Unverständnis. Am vergangenen Wochenende demonstrierten 200.000 Menschen in Madrid gegen Verhandlungen.