Eilmeldung

Eilmeldung

EADS-Krise: Verdacht von Insider-Aktiengeschäften - Börsenaufsicht ermittelt

Sie lesen gerade:

EADS-Krise: Verdacht von Insider-Aktiengeschäften - Börsenaufsicht ermittelt

Schriftgrösse Aa Aa

In der Krise beim europäischen Luft- und Raumfahrtkonzern EADS gerät zunehmend Co-Vorstandschef Noel Forgeard in den Mittelpunkt. In einem Radio-Interview wies er den Verdacht unzulässiger Aktiengeschäfte im März zurück. Er habe erst im April von den Lieferproblemen bei Airbus erfahren.

Unterdessen leitete die Pariser Börsenaufsicht Untersuchungen über einen möglichen Insider-Handel ein. Hintergrund ist der massive Kursverlust des Papiers der Airbus-Mutter in dieser Woche. Die EADS-Aktie war am Mitwoch bis auf 16 Euro 75 abgestürzt und hatte damit ein Viertel ihres Wertes verloren – am Freitag erholte sich sich wieder auf gut 21 Euro.

Wie EADS gegenüber der Börsenaufsicht erklärte, hatte Forgeard Mitte März insgesamt 162.000 Stock Options seines Aktienpakets verkauft. Dadurch konnte Forgeard mehr als 2,5 Millionen Euro einstecken.

Die Aufsichtsbehörde verdächtigt Forgeard und die übrige engste EADS-Spitze, von den Problemen des Konzern gewußt zu haben. Dieser Verdacht wird vom Kleinaktionärsverband geteilt. Sein Sprecher sagte, es sei höchst merkwürdig, dass innerhalb von zwei Wochen sechs Mitglieder der Geschäftsführung ihre Stock-Options verkauft hätten, und zwar nur Mitglieder der Geschäftsführung.

Der Autobauer DaimlerChrysler teilte inzwischen mit, dass er beim Verkauf seines EADS-Aktienpakets im April nicht über die Lieferprobleme beim A380 informiert war. Zum gleichen Zeitpunkt hatte Großaktionär Arnaud Lagardere seine Beteiligung halbiert.