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Grenzüberschreitender Schlag gegen ETA-Finanzverantwortliche

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Grenzüberschreitender Schlag gegen ETA-Finanzverantwortliche

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Die Polizei hat zur gleichen Zeit in Spanien und Frankreich einen Schlag gegen die baskische Terrororganisation ETA geführt. Noch im Morgengrauen wurden bei Hausdurchsuchungen insgesamt dreizehn Menschen festgenommen. Fünfzig Konten wurden gesperrt und 700.000 Euro an Vermögenswerten beschlagnahmt. Die Aktion fand sowohl im spanischen Baskenland statt als auch jenseits der Grenze, in der französischen Pyrenäen-Atlantik-Region, wo ebenfalls Basken leben.

Die Ermittler haben damit nach eigenen Angaben eine Gruppe zerschlagen, die verantwortlich war für die Finanzen der ETA. Das geschah vor allem durch Schutzgelderpressung, die so genannte Revolutionssteuer – die Haupteinnahmequelle der ETA. Diese Gruppe war laut Polizei seit zwanzig Jahren aktiv; seit 1998 habe man sie beobachtet. Zu den Festgenommenen zählt der Anführer der Gruppe, Ángel Iturbe Abásolo; genauso wie einer der ETA-Gründer, der 73-jährige Julen de Madariaga, der aber der Gewalt abgeschworen hatte und legal als Anwalt in Frankreich lebt. Spaniens Regierung sieht in den Festnahmen keine Gefahr für den Friedensprozess im Baskenland. Innenminister Alfredo Perez Rubalcaba sagte, allerdings würden Polizei und Justiz auch nicht mit den Händen im Schoß dasitzen. Anders hört sich das bei der Batasuna-Partei an, dem politischen Arm der ETA. Ihr Sprecher Arnaldo Otegi sagte, die Basken sähen das als klaren Angriff auf die Friedenshoffnungen, die es zur Zeit hier gäbe. Fast vierzig Jahre lang hatte die ETA mit Gewalt für die Unabhängigkeit des Baskenlandes von Spanien gekämpft. Durch diesen Terror starben mehr als achthundert Menschen. Vor drei Monaten rief die ETA aber eine Waffenruhe aus, die sie dieses Mal ausdrücklich als dauerhaft bezeichnete. Spaniens Regierung will wahrscheinlich noch in diesem Monat Friedensgespräche mit der ETA beginnen.