Eilmeldung

Eilmeldung

EU soll nicht im Weinsee ertrinken: Brüssel legt Reformkonzept für Weinbau vor

Sie lesen gerade:

EU soll nicht im Weinsee ertrinken: Brüssel legt Reformkonzept für Weinbau vor

Schriftgrösse Aa Aa

Wenn es nach dem Willen der EU-Kommission geht, werden in Europa innerhalb von fünf Jahren 400.000 Hektar Weinberge gerodet – gegen großzügige Prämien für Winzer, die aufgeben. Das ist einer der Vorschläge, mit denen die Kommission eine grundlegende Reform des Sektors auf den Weg zu bringen versucht, bevor die EU in Weinseen ertrinkt. Damit will Landwirtschaftskommissarin Mariann Fischer Boel die verbleibenden Winzer wieder konkurrenzfähiger machen: Es sei klar, dass die Überseeweine einen wachsenden Marktanteil wegschnappten.

Und Europa selbst produziert – bezuschusst – zu viel Wein, für den es keinen Markt gibt. Die Überschüsse, und dabei kann es sich um teuerste Qualitätsweine handeln, werden dann im schlimmsten Fall zu Industriealkohol verwertet – und das ebenfalls mit Subventionen aus Brüssel. Jene Beihilfen für die Krisendestillation will die Kommissarin abschaffen.

Weniger Subventionen als die jährlich gut 1,2 Milliarden Euro sieht sie aber nicht vor – es geht ihr vielmehr darum, mit finanzieller Unterstützung den Sektor auf weniger, aber wettbewerbsfähige Erzeuger hochwertiger Weine zurückzustutzen und international Marktanteile Zurückzugewinnen.

Nach Diskussion der Vorschläge will die Kommission zur Jahreswende entsprechende Rechtsvorschriften vorlegen.