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Deutsche Behörden im Entführungsfall El Masri unter Druck

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Deutsche Behörden im Entführungsfall El Masri unter Druck

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Im Entführungsfall El Masri kommen deutsche Behörden zunehmend unter Druck. Der Grund sind Zeugenaussagen vor dem BND-Untersuchungsausschuss des Bundestages. Der Ausschuss soll die Entführung des Deutsch-Libanesen Khaled El Masri vor gut zwei Jahren durch die CIA aufklären, besonders ob deutsche Behörden davon wussten und warum sie nichts unternahmen.

El Masri war von Mazedonien aus nach Afghanistan verschleppt worden. Zum ersten Mal sagte er jetzt selber aus. Er gab an, in Afghanistan von einem Mann verhört worden zu sein, der sich zwar Sam nannte, aber perfektes Deutsch sprach. Für El Masri ist klar, dass dieser Mann ein deutscher Ermittler war, deutsche Behörden also über seinen Fall Bescheid wussten. Bundesnachrichtendienst und Bundeskriminalamt bestreiten, dass der geheimnisvolle Sam einer ihrer Mitarbeiter war. Allerdings musste der BND schon eingestehen, dass ein Agent in Mazedonien bereits Anfang 2004 von der Entführung wusste. Ein anderer Zeuge war ein Mann, der damals in Mazedonien arbeitete. Er sagte, er habe dort Anfang 2004 von der Festnahme El Masris gehört und die deutsche Botschaft informiert. Er wurde abgewimmelt: Der Fall sei schon bekannt. Dagegen will das Außenministerium erst Monate später davon erfahren haben.