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Staatsoberhaupt von Ost-Timor bleibt im Amt

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Staatsoberhaupt von Ost-Timor bleibt im Amt

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Der Präsident von Ost-Timor, Xanana Gusmao, tritt vorerst nicht zurück. Wegen der blutigen Unruhen im Land hatte Gusmao den Ministerpräsidenten aufgefordert, sein Amt niederzulegen, sonst werde er selbst abdanken. Der Staatschef gab in der Hauptstadt Dili Entwarnung und sagte vor den wartenden Massen: “Wir Führer müssen die Probleme der Leute sehen und hören. Wann immer ihr uns braucht, müsst ihr Euch an uns wenden und uns daran erinnern.” Das hatten die Bewohner von Dili auf einer Demonstration für Gusmao und gegen Ministerpräsident Mari Alkatiri getan.

Alkatiri hatte es abgelehnt sein Amt abzugeben, nachdem sich seine Fretilin-Partei hinter ihn gestellt hatte. Sie will morgen entscheiden, ob der Regierungschef nun doch durch ein anderes Partei-Mitglied ersetzt werden soll. Alkatiri wird für die Ausschreitungen in dem ethnisch vielfältigen Land verantwortlich gemacht, weil er im März fast die Hälfte der Armee nach einem Streik entlassen hatte. Dabei handelte es sich um Soldaten aus dem Westen des Landes, die sich diskriminiert gefühlt hatten. Außerdem wird der Regierung in Dili vorgeworfen, einen militärischen Coup gegen politische Gegner geplant zu haben. Seit die UN unter Führung der Australier Truppen nach Ost-Timor entsandt hat, herrscht weitgehend Ruhe im Land.