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Demonstranten in Ost-Timor erhöhen Druck auf Alkatiri

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Demonstranten in Ost-Timor erhöhen Druck auf Alkatiri

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In Ost-Timor haben wieder Tausende Menschen gegen Ministerpräsident Mari Alkatiri protestiert. Symbolisch schlossen sie das Parlament in der Hauptstadt Dili und forderten den Präsidenten Xanana Gusmao auf, das Parlament aufzulösen und Neuwahlen anzusetzen. Die Demonstranten wollen den Rücktritt von Alkatiri durchsetzen, da sie ihn für die schwersten Ausschreitungen seit der Unabhängigkeit des Landes vor vier Jahren verantwortlich machen. Erst mit der Ankunft einer internationalen Friedenstruppe unter Führung der Australier kehrte wieder weitgehend Ruhe ein.

Das Zentralkomittee der regierenden Fretilin-Partei hatte eine Entscheidung über die Absetzung Alkatiris auf Sonntag verschoben. Wegen der Demonstrationen hätten nicht alle Mitglieder zum für heute geplanten Treffen erscheinen können, hieß es. Der Regierungschef hatte im März nach einem Streik fast 600 Soldaten entlassen, die hauptsächlich aus dem Westen des Landes stammten. Dadurch verschärften sich ethnische Spannungen und es brachen blutige Unruhen aus. Alkatiri weigerte sich jedoch die Verantwortung dafür zu übernehmen. Deshalb hatte der Staatspräsident, Xanana Gusmao, mit seinem eigenen Rücktritt gedroht. Nach Symphatie-Demonstrationen für Gusmao in Dili nahm er seine Rücktrittsdrohung jedoch wieder zurück.