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Philippinen schaffen Todesstrafe ab

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Philippinen schaffen Todesstrafe ab

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Im südostasiatischen Staat der Philippinen ist die Todesstrafe wieder abgeschafft worden. Präsidentin Gloria Arroyo unterzeichnete in der Hauptstadt Manila ein entsprechendes Gesetz. Opferorganisationen befürchten nun eine Zunahme von Kapitalverbrechen. Die Staatschefin kündigte jedoch eine aktivere Politik im Kampf gegen Kriminalität an: “Wir werden unsere Ressourcen auf die Verhinderung und die Kontrolle von schwerwiegenden Verbrechen richten, anstatt denen das Leben zu nehmen, die die Verbrechen begangen haben.”

1200 verurteilten Straftätern in philippinischen Gefängnissen bleibt damit die Todesspritze erspart. Ihre Strafe wird in lebenslange Haft umgewandelt. Schon seit dem Jahr 2000 ist die Vollstreckung von Todesurteilen ausgesetzt worden. Die Abschaffung der Todestrafe kommt kurz bevor Arroyo in den Vatikan reist, wo sie eine Audienz beim Papst haben wird. Kritiker werfen der Präsidentin vor, mit der Gesetzesänderung die Bischöfe in den überwiegend katholischen Philippinen auf ihre Seite bringen zu wollen. Arroyo plant eine Verfassungsänderung zu Gunsten eines parlamentarischen Systems, die die Bischöfe ablehnen.