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Israel verzichtet nach Angriff auf Grenzposten vorerst auf Gegenschlag

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Israel verzichtet nach Angriff auf Grenzposten vorerst auf Gegenschlag

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Nach dem palästinensischen Angriff auf einen Grenzposten und der Entführung eines Soldaten will Israel vorerst auf einen Militärschlag verzichten. Das israelische Sicherheitskabinett beschloss am Abend eine Frist von zwei Tagen. Das soll eine diplomatische Lösung ermöglichen, aber auch der Armee Zeit geben, den Entführten zu finden.

Bei dem Überfall waren Palästinenser aus dem Gazastreifen durch einen Tunnel zu dem Militärposten gelangt. Sie töteten zwei israelische Soldaten; vier wurden verletzt. Auch zwei der Angreifer kamen ums Leben. Israel riegelte alle Übergänge zum Gazastreifen ab. Zu dem Überfall bekannte sich unter anderem der bewaffnete Arm der Hamas-Bewegung, die die Palästinenser regiert. Vize-Regierungschef Nasser Schaer rief aber dazu auf, den Entführten gut zu behandeln und ihn nicht zu töten. Man wolle Israel keinen Grund liefern, die Menschen im Gazastreifen anzugreifen. Deshalb müsse das Leben des Soldaten geschont werden. Israels Verteidigungsminister Amir Peretz sagte, man werde alles tun, damit der Soldat zu seiner Familie zurückkehre. Wenn ihm etwas geschehe, solle jeder Beteiligte wissen, dass das Blut des Soldaten an seinen Händen und an denen seiner Anführer klebe. An der Klagemauer in Jerusalem beteten Tausende von Israelis für den entführten Soldaten. Sein Zustand ist unklar. Es ist das erste Mal seit zwölf Jahren, dass ein israelischer Soldat entführt wurde. Ein Befreiungsversuch endete damals tödlich. In ähnlichen Fällen wurden auch palästinensische Häftlinge im Austausch freigelassen; das hat Israel diesmal ausgeschlossen.