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Nach Übernahmeschlacht: Arcelor akzeptiert Fusion

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Nach Übernahmeschlacht: Arcelor akzeptiert Fusion

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Der Weg zur Fusion des luxemburgischen Stahlkonzerns Arcelor mit Mittal Steel ist frei. Nach fünf Monaten Abwehrkampf hat Arcelor seinen Widerstand gegen ein Zusammengehen mit dem Branchenführer aufgegeben. In dem neu entstehenden Marktgiganten mit 330.000 Beschäftigten halten Arcelor-Aktionnäre 60 Prozent der Anteile, Mittal kontrolliert 40 Prozent.

“Das Industriemodell unseres Unternehmens wird auf den neuen Gesamtkonzern angewandt”, so Arcelor-Vorsitzender Joseph Kinsch. “Der neue Konzern wird Arcelor-Mittal heißen.” Bis zuletzt hatte nicht nur Arcelor selbst, sondern auch mehrere europäische Regierungsvertreter gegen die Übernahme durch Mittal Steel Stimmung gemacht. Der luxemburgische Wirtschaftsminister Jeanneau Krecke begrüßte jedoch den jetzigen Abschluss: “Der mit Abstand größte Stahlproduzent in der Welt wird seinen Hauptsitz hier in Luxemburg haben. Das ist ein Sieg für uns.” Vor der Fusionsentscheidung hatte Milliardär Lakshmi Mittal sein Übernahmeangebot noch einmal deutlich nachgessert. Angeblich bietet er nun über 40 Euro pro Arcelor-Aktie, statt der zuvor gebotenen 37,74 Euro. Der neue Stahlgigant wird mit seiner Stahlproduktion von 110 Millionen Tonnen 10 Prozent des Weltmarktes kontrollieren. Der russische Konzern SeverStal, der bisher als weisser Ritter das Mittal-Angebot mit einer eigenen Übernahme-Offerte kontern sollte, zeigte sich überrascht, bei den Verhandlungen nicht berücksichtigt worden zu sein.