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Osttimors Ministerpräsident Alkatiri tritt zurück

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Osttimors Ministerpräsident Alkatiri tritt zurück

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Im südostasiatischen Inselstaat Osttimor ist der umstrittene Ministerpräsident Mari Alkatiri zurückgetreten. Noch gestern hatte sich seine Partei, die regierende Fretilin-Bewegung, hinter ihn gestellt. Auch Alkatiri selber lehnte einen Rücktritt weiter ab. Mehrere Minister verließen daraufhin ihrerseits aus Protest die Regierung. Unter ihnen war auch Außenminister und Friedensnobelpreisträger José Ramos-Horta.

Alkatiri beugte sich nun aber offenbar den anhaltenden Protesten und seiner zunehmenden Isolierung. In der Hauptstadt Dili waren auch heute die Massenproteste vor dem Regierungssitz weitergegangen. Seine Gegner machen Alkatiri für die schweren Unruhen verantwortlich, bei denen im Mai etliche Menschen getötet wurden. Marodierende Jugendbanden steckten Häuser und Autos in Brand und zwangen Tausende zur Flucht. Auslöser war die Entlassung von sechshundert streikenden Soldaten, fast der halben Armee, durch Alkatiri. Außerdem soll Alkatiri eine Privatmiliz auf politische Gegner angesetzt haben. Die blutigen Unruhen nahmen erst mit der Ankunft ausländischer Truppen ein Ende. Unter anderem kamen Soldaten aus Australien und Militärpolizisten aus der früheren Kolonialmacht Portugal. Nach dem Ende der Kolonialzeit 1975 war Osttimor lange vom Nachbarn Indonesien besetzt. Erst seit vier Jahren ist das Land selbstständig.