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Einwohner wehren sich weiter gegen Räumung von Moskauer Vorort

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Einwohner wehren sich weiter gegen Räumung von Moskauer Vorort

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Bagger und Bulldozer arbeiten sich bereits durch den Moskauer Vorort Butowo – aber nach wie vor weigern sich Bewohner, ihre Häuser zu verlassen. Die Stadt will die Holzhaussiedlung niederreißen und dort Wohnhochhäuser bauen. Polizei geht inzwischen gegen die Einwohner vor, die ihre Häuser teilweise Tag und Nacht bewachen. Ein Gericht hatte entschieden, dass den Einwohnern nur die Gebäude gehören, das Land dagegen der Stadtverwaltung – für die Menschen in Butowo ist das Urteil ein Sieg korrupter Machtkreise und deren Interessen.

Moskaus Oberbürgermeister Juri Luschkow verteidigt die Räumung: “Wir werden das mit jeder Familie regeln,” sagt er, “im Rahmen des Gesetzes und der Gerichtsurteile. Wir werden sehen, was gerecht ist und was nicht, aber diese Haarspaltereien werden wir nicht dulden.” 260 Familien haben hier gewohnt, gut die Hälfte von ihnen hat eine Entschädigungssumme und eine Ersatzwohnung angenommen. Für die anderen ist dieses Angebot lächerlich, die Wohnungen kein Ersatz für ihre Häuser. Ob sie noch lange in Butowo aushalten können, ist unsicher: Für die Stadt geht es um viel Geld, denn das Land hier hat in den letzten Jahren enorm an Wert gewonnen.