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Nahost: Neue israelische Angriffe in Gaza-Stadt

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Nahost: Neue israelische Angriffe in Gaza-Stadt

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Keine Ruhe im Gazastreifen: In der Nacht zum Montag haben israelische Armeinheiten ein Gebäude in Gaza-Stadt angegriffen, in dem sich laut Militärangaben ein Büro der islamitischen Hamas befand und in dem sich auch Kämpfer der Al-Aqsa-Brigaden getroffen haben sollen. Mindestens vier Palästinenser wurden verletzt. Zuvor waren bei einem Schusswechsel mit israelischen Soldaten im Gazastreifen mehrere Hamas-Kämpfer getötet worden.

Die israelischen Einheiten waren vor einigen Tagen im Rahmen der Offensive zur Befreiung des entführten israelischen Soldaten in den Gazastreifen eingedrungen. Der stellvertretende israelische Ministerpräsident Simon Peres rechtfertigte die Aktion. Die Hamas sei eine Regierung des Terrors geworden, sagte Peres, daher müsse Israel alle notwendigen Maßnahmen ergreifen. Dennoch gehe man vorsichtig und mit Augenmaß vor.

Ministerpräsident Ehud Olmert hatte am Sonntag erklärt, der Schlüssel zur Beilegung der Krise liege in Damaskus. Von dort kämen die Befehle für die Terroranschläge gegen Israel, sagte Olmert in einem Telefonat mit den USA. Deren UN-Botschafter hatte vor wenigen Tagen ähnlich argumentiert.

In der Nacht zum Sonntag hatte die israelische Armee den Amtssitz des palästinensischen Ministerpräsidenten Ismail Haniyah in Gaza beschossen. Dieser verurteilte den Anschlag scharf und sagte, Israel habe ein Symbol des palästinensischen Volkes beschädigt. Einen ägyptischen Vermittlungsvorschlag zur Beilegung der Krise wiesen die Entführer des israelischen Soldaten unterdessen zurück. Demnach hätte Israel für die Freilassung des Soldaten mehrere palästinensische Gefangene auf freien Fuß setzen sollen. Nach Angaben der Hamas verlangen die Entführer die Freilassung von mehr als 1000 Gefangenen aus israelischer Haft. Israel droht seinerseits mit einer Ausweitung der Militäroffensive, sollte der verschleppte Soldat nicht freigelassen werden.