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Die Parteien bei der Parlamentswahl in Mazedonien

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Die Parteien bei der Parlamentswahl in Mazedonien

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Zum 5. Male seit ihrer Unabhängiskeit 1991 werden am 5. Juli die Mazedonier an die Urnen gerufen.
Der Wahlkampf ist hart für die noch regierende Mitte-Links-Koalition unter Ministerpräsident Vlado Buckovski.
Seine innenpolitische und wirtschaftliche Bilanz stellt niemanden zufrieden

Fraglich, ob es hilft, wenn Außenministerin Ilinka Mitreva auf den wichtigsten Erfolg in ihrem Ressort verweist:
Sie läd die Bürger ein, am Wahltag gleichzeitig den erreichten Status eines EU-Beitrittskandidaten zu feiern.

Diesen Erfolg kann sich der Sozialdemokrat Buckovski nun wirklich an seine Fahne heften.
Mit seiner vom Kommunismus zur Sozialdemokratie gewandelten Partei als stärkste Kraft in der Regierung hat er es geschafft, dass Mazedonien nach EU-Mitglied Slowenien als zweite der sechs ehemaligen jugoslawischen Teilrepubliken den offiziellen Status eines EU-Kandidaten erhältl.
Allerdings sind bis zum Beitritt noch die ökonomischen Hausaufgaben zu machen.

Trotz 4 Prozent Wachstum des Bruttoinlandsproduktes gehört Mazedonien immer noch zu den ärmsten Ländern Europas.
Das jährliche pro-Kopf-Einkommen liegt bei knapp 1.800 euro, die Arbeitslosigkeit übersteigt die 30 Prozent.

All diese Faktoren geben dem Oppositionsführer Nikola Gruevski von der nationalistischen “ Partei für mazedonische Einheit” Auftrieb.
Der ehemalige Finanzminister setzt auf Steuerreformen und Pravatisierungen .
So verspricht er die Wirtschaft anzukurbeln.

Als bisher dritt-stärkste Kraft gehört die Albanerpartei “Demokratische Union für Integration” zur Regierungskoalition.
Ihr Parteichef Ali Ahmeti ist ein ehemaliger Guerillaführer, der sich zum Fürsprecher des Anschlusses an EU und NATO gewandelt hat.
Sein Verhältnis zu Regierungschef Buckovski ist denkbar schlecht, er hat durchblicken lassen, dass er sich einen Wechsel zu einer Koalition mit Gruevski vorstellen könnte.

Seine Partei könnte durchaus Stimmen an die radikale Albanerpartei DPA zu verlieren.
Wieweit deren radikale Positionen gehen, ist noch nicht abzusehen.

3.15