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Entführer-Ultimatum abgelaufen - Israels Druck steigt

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Entführer-Ultimatum abgelaufen - Israels Druck steigt

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Zum Ablauf des Ultimatums der Entführer des israelischen Soldaten Gilad Schalit hat Israel den militärischen Druck auf die Palästinenser weiter verstärkt. Die Entführer hatten von der israelischen Regierung bis 05.00 Uhr den Beginn der Freilassung palästinensischer Häftlinge verlangt, andernfalls müsse Israel den Preis für die Konsequenzen zahlen. Dann werde “der Fall des Soldaten abgeschlossen”, hieß es in einem in Gaza veröffentlichten Flugblatt. Das Schicksal des Soldaten ist weiter ungewiss.

Die Entführer hatten zunächst die Freilassung aller Frauen und Kinder aus israelischen Gefängnissen gefordert. Am Wochenende verlangten sie, daß insgesamt “1000 Palästinenser, Araber, Moslems und andere Gefangene” freikommen sollten. Der israelische Ministerpräsident Ehud Olmert lehnte Verhandlungen ab. Israel weitete unterdessen seine Offensive im Gaza-Streifen aus. Nach Augenzeugenberichten rückte die israelische Armee mit rund 20 Panzern und gepanzerten Fahrzeugen in die Stadt Beit Chanun ein.

Ein militanter Palästinenser wurde durch Splitter einer Rakete tödlich verletzt, die von einer israelischen Drohne abgefeuert worden war. Der 29-jährige sei getroffen worden, als er an einer Straße in Bet Chanun eine Bombe legen wollte, verlautet aus palästinensischen Sicherheitskreisen.

Von einem israelischen Kampfhubschrauber ist in der Nacht zum Dienstag eine Rakete auf ein Ziel in der islamischen Universität von Gaza abgefeuert worden. Die Universität wird von der regierenden Hamas-Organisation betrieben.

Im Westjordanland haben israelische Militärs zwei Palästinenser festgenommen, die an der Tötung eines jüdischen Siedlers beteiligt gewesen sein sollen. Wie Anwohner in der Stadt Ramallah berichteten, befanden sich die beiden Männer bereits in der Gewalt der dortigen Polizei. Die israelischen Soldaten seien in das Polizeirevier eingedrungen.

Die Verdächtigen hätten sich nach einer mehrstündigen Belagerung einer Polizeiwache ergeben.

Die Hamas-Regierung rief die Kidnapper auf, den entführten Soldaten Gilad Schalit nicht zu töten. Der palästinensische Informationsminister Jussef Riska von der radikalislamischen Hamas sagte, es sei “im Interesse des palästinensischen Volkes, dass der israelische Soldat am Leben bleibt”. Es müsse eine diplomatische und politische Lösung für seine Befreiung gefunden werden.