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Nordkoreanisches Waffengeklirre

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Nordkoreanisches Waffengeklirre

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Mit seinen Raketendrohungen will Nordkoreas Herrscher direkte Verhandlungen mit den USA erzwingen –
was Washington bisher strikt ablehnt.
Also wird weiter gedroht.
Nach dem heutigen Test richtet sich das Interesse aller westliche Abwehrstrategen auf die Rakete
“Taepodong 2”, die die alte, auf einer Weiterentwicklung der deutschen “V-2” beruhende Mittelstreckenrakete “SCUD” ablést.
Sie soll eine Tonne Nutzlast über 6.700 km tragen können – das heisst, sie erreicht Hawei oder Alaska. Befürchtet wird, dass auch schon eine Variante in Arbeit ist, die 10.000 km fliegen – und damit die amerikanische Westküste erreichen könnte.

Die Frage, die am meisten beunruhigt, lautet aber:
Wie weit ist man in Nordkorea mit der Entwicklung von Atomsprengköpfen für diese Raketen.

Man weiss, dass seit den 60er Jahren daran gearbeitet wird.
Mit dem heutigen Raketenstart hat “der geliebte Führer” Kim Jong Il sein 1998 selbst auferlegtes Raketen-Moratorium durchbrochen.
Vor 8 Jahren war eine Rakete der ersten “Taepodong”-Generation über Japan hinweggeflogen.

Daraufhin ordnete man in Washington Nordkorea endgültig dem “Reich des Bösen” zu.
Und wie sehen das die Nachbarn?

Ein amerikanischet Gastwissenschaftler am japanischen Institut für internationale Beziehungen betont Chinas Wunsch nach Frieden und Wirtschaftswachstum in der Region.
Da störe die nord-koreanische Raketenpolitik.
Gleichzeitig führe sie dazu, dass Japan und die USA in Sachen Verteidigung enger zusammenarbeiten – was China überhaupt nicht gefalle.

Aus chinesischer Sicht könnte andererseits zuviel Druck Nordkorea zusammenbrechen lassen – was weder China noch Japan, die USA oder Südkorea wünschten.

Folglich sind China, Japan, Russland und natürlich Südkorea dringend daran interessiert, dass die “Sechser-Gespräche” mit Nordkorea und den USA die Lage zu entspannen helfen.

Dabei weiss keiner so genau, was Kim Jong Il mit dieser oder jener Geste bezweckt.
Man weiss auch nicht, wie stark seine Position im Lande wirklich ist, wieviel Einfluss die noch auf seinen Vater eingeschworenen Betonköpfe in der Armee haben.