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Unglücksursache in Valencia: Menschliches Versagen

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Unglücksursache in Valencia: Menschliches Versagen

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Einen Tag nach dem schwersten U-Bahn-Unglück in der Geschichte Spaniens sind die 41 Todesopfer beigesetzt worden. An der Messe in der Kathedrale von Valencia nahmen auch König Juan Carlos, Königin Sofia und Ministerpräsident Jose Luis Rodriguez Zapatero Teil. Sie sprachen den Hinterbliebenen im Anschluss an den Gottesdienst persönlich ihr Beileid aus. Hunderte Spanier kamen, um ihre Anteilnahme zu bekunden.

Am Dienstagmittag waren im ganzen Land fünf Schweigeminuten abgehalten worden. Inzwischen scheint auch die Unglücksursache fest zu stehen. Die Auswertung der “black box”, die im entgleisten Waggon gefunden wurde, ergab, dass die U-Bahn doppelt so schnell fuhr, wie erlaubt. Menschliches Versagen des Fahrers sei der Grund gewesen. Die Bahngewerkschaft kritisierte, der Mann sei nicht ausreichend ausgebildet worden.

Er kam bei dem Unfall ebenfalls ums Leben. Neben aller Trauer gab es auch Beweise für die Hilfsbereitschaft zwischen den Betroffenen. So kümmerte sich ein Fahrgast direkt nach dem Unglück um die hochschwangeren Cristina Hasán: “Der junge Mann, der mich gerettet hat, forderte alle auf, ruhig zu bleiben, damit ich als erste raus könnte, denn ich hatte Schmerzen. Als wir am U-Bahn-Ausgang waren, haben Feuerwehrmänner uns geöffnet und Polizisten haben sich um mich gekümmert.” Ihr Retter, Alfonso Correas, freute sich darüber, dass es ihr gut und dem Baby gut geht. Er sei glücklich, abgesehen von den 41 Toten.