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Schamil Bassajew - Moskaus Schrecken, Volksheld der Tscheschenen

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Schamil Bassajew - Moskaus Schrecken, Volksheld der Tscheschenen

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Schamil Bassajew hat in den letzten Jahren die Verantwortung für zahlreiche Anschläge übernommen, darunter auch die Geiselnahme in der Schule von Beslan, die mit einem Blutbad endete. 320 Menschen, fast zur Häfte Kinder
starben bei der Erstürmung durch russische Sicherheitskräfte.

Das Ende von Beslan, so Basajew in einem Interview mit dem amerikanischen Fernsehsender ABC, habe er vorausgesehen, doch zu bereuen habe er nichts.

“Nach offiziellen Angaben sind mehr als 40 000 unserer Kinder getötet und zehntausende
verstümmelt worden. Wer redet darüber? Das russische Volk trägt dafür die Verantwortung”, sagte Bassajew.

Bassajew wird 1965 im Südosten Tschetscheniens geboren. Als Dudajew 1991 die Unabhängigkeit
Tschetscheniens ausruft, studiert er noch Agrarwissenschaften in Moskau und verkauft nebenbei Computer. Kurz darauf schließt er sich den Rebellen an.

Er gilt als Kopf der blutigen Geiselnahme in der südrussischen Stadt Budjonnowsk, bei der im Juni 1995 mehr als 150 Menschen getötet werden. Im Austausch gegen die überlebenden Geiseln erhalten er und seine Rebellen freies Geleit.

Und er steckt hinter dem Überfall auf das Moskauer Musicaltheater Nord-Ost. 800 Menschen bringen
seine Kämpfer in ihre Gewalt. Beim Sturm russischer Spezialeinheiten auf das Theater sterben 129 Geiseln und 41 Entführer. Seine Aktionen waren für die einstige Supermacht immer auch Demütigungen.

Bassajews Verhältnis zu Aslan Maschadow, dem Präsidenten der tschetschenischen Rebellenregierung, einer anderen Schlüsselfigur der Seperatisten, ist immer gespannt gewesen. Er warf ihm zu große Nachgiebigkeit gegenüber dem Kreml vor.

Bassajew selbst verbündete sich mit dem arabischstämmigen Kriegsherren Chattab und kämpfte fortab für ein am strikten
Wahabismus ausgerichtetes islamistisches Tschetschenien.