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Irans Atom-Chefunterhändler Ali Laridschani im Gespräch über westliche Anreize, die Nahost-Politik der USA und die Zusammenarbeit mit Europa

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Irans Atom-Chefunterhändler Ali Laridschani im Gespräch über westliche Anreize, die Nahost-Politik der USA und die Zusammenarbeit mit Europa

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Seit Monaten beherrscht Iran mit seinem Wunsch, die Kernkraft zu nutzen, weltweit die Schlagzeilen. Westliche Staaten wollen mit wirtschaftlichen und politischen Anreizen vor allem die umstrittene Uran-Anreicherung verhindern. Bisher steht eine iranische Reaktion aus. Auch das jüngste Treffen von Vertretern Irans und der Europäischen Union in Brüssel blieb ohne Ergebnis. EuroNews sprach dort mit Ali Laridschani, Irans Chefunterhändler in Atomfragen.

EuroNews: Willkommen, Herr Laridschani: Lassen Sie uns über diese Anreize reden. Welches Problem hat Iran damit?

Laridschani: Es gibt kein Problem mit den Anreizen; aber wir wollen mehr über die Ziele dahinter wissen. Geht es hier um langfristige Ziele und Zusammenarbeit?

Für die Verhandlungen müssen wir Hindernisse beseitigen, um mit diesen Vorschlägen voranzukommen – oder den Anreizen, wie Sie es nennen.

Wir akzeptieren den Grundsatz, das Problem durch Verhandlungen zu lösen. Alles weitere muss in den Gesprächen geklärt werden.

EuroNews: Warum sprechen Sie von einem Problem, das zu lösen ist, wenn Iran gar keine Kernwaffen will?

Laridschani: Wir haben ein offenes Atomprogramm. Iran ist Mitglied der Atomenergiebehörde und hat den Atomwaffensperrvertrag unterzeichnet. Die Inspektoren der Behörde kontrollieren unsere Anlagen.

Wenn es bei irgendeinem Land Unklarheiten über unser Atomprogramm gibt, helfen wir gerne bei der Klärung.

EuroNews: Halten Sie die westlichen Anreize für ausreichend, oder erwarten Sie mehr?

Laridschani: Wir sind auf keinen Fall gegen Verhandlungen: Wir glauben fest daran, dass diese Dinge durch Verhandlungen gelöst werden können.

Natürlich haben wir unsere Position, das ist bekannt. Iran ist aber zu weiteren Schritten bereit, um die Gespräche fortzusetzen und eine feste Grundlage zu schaffen.

Dass es in dem Anreizpaket gewisse Unklarheiten gibt, ist nicht wichtig – das lässt sich lösen.

EuroNews: Erwarten Sie Zusicherungen der USA, gegenüber Iran auf Gewalt zu verzichten?

Laridschani: Wichtiger als so eine Zusicherung ist die ganze Einstellung der amerikanischen Politik in der Region.

Die USA sollten ihre Methoden ändern: Warum müssen sie immer mit der Sprache der Gewalt sprechen? Es gibt auch die Diplomatie und konstruktivere Methoden.

Wenn man so radikal vorgeht, kann das die Probleme verschärfen. Dadurch kann der Ölpreis steigen, und es kann in der Region zu neuen Spannungen kommen.

EuroNews: Verhalten sich die EU-Staaten vernünftiger als die USA, aus iranischer Sicht?

Laridschani: Es gibt einige Länder in der Europäischen Union, die gegenüber Iran und seinem Atomprogramm einen logischeren Ansatz verfolgen.

Es gibt Möglichkeiten für eine bessere Zusammenarbeit zwischen beiden Seiten. Wenn man sich die Möglichkeiten in Iran und in Europa ansieht, kann das noch konstruktiver geschehen.

So können wir Europa zum Beispiel eine sichere Energieversorgung bieten. Das wäre eine sehr gute Grundlage für mehr Zusammenarbeit.

EuroNews: Vielen Dank.