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Größter Prozess nach Srebrenica-Massaker

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Größter Prozess nach Srebrenica-Massaker

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Am UNO-Kriegsverbrechertribunal im niederländischen Den Haag hat der bisher größte Prozess im Fall Srebrenica begonnen. Zunächst stand aber Chefanklägerin Carla del Ponte im Mittelpunkt: Sie wollte eine Erklärung abgeben und von ihrem Besuch in Srebrenica berichten, zum elften Jahrestag des Massakers vor wenigen Tagen.

Die Verteidigung unterbrach sie aber und kritisierte die Erklärung als “emotional”. Sie bestand darauf, Del Ponte solle erst im Eröffnungsplädoyer im August reden. Del Ponte nahm das verärgert hin und sagte, sie werde eben dann als Ankläger auftreten, und zwar nicht mit Emotionen, sondern mit Fakten.

Das moslemische Srebrenica war 1995 von bosnisch-serbischen Truppen überrannt worden. Sie töteten dort schätzungsweise achttausend Männer. Vor Gericht stehen sieben frühere Offiziere dieser Truppen: Fünf von ihnen wegen Völkermords, zwei wegen anderer Vorwürfe wie Kriegsverbrechen.

Die mutmaßlichen Hauptverantwortlichen sind noch auf freiem Fuß: Radovan Karadzic und Ratko Mladic, damals der Präsident der bosnischen Serben und sein Armeechef.