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Japan beendet Null-Zins-Politik - erste Zinserhöhung seit sechs Jahren

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Japan beendet Null-Zins-Politik - erste Zinserhöhung seit sechs Jahren

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In Japan ist die Null-Zins-Politik zu Ende gegangen. Die Tokioter Notenbank erhöhte zum ersten Mal seit fast sechs Jahren die Leitzinsen, und zwar auf 0,25 Prozent. Damit deuten die Währungshüter eine Phase des wirtschaftlichen Aufschwungs an.
Gleichwohl signalisierten sie, dass eine weitere Erhöhung nicht unmittelbar vevorsteht.

Damit vollzog Japan einen Schritt, den andere Notenbank in den vergangenen Wochen bereits taten. In den USA stiegen die Leitzinsen auf 5,25 Prozent, in der Eurozone auf 2,75 Prozent. Lediglich die Bank von England hält ihre Zinsen seit August vorigen Jahres unverändert bei 4,5 Prozent. Japan scheint nun die jahrelange wirtschaftschaftliche Talsohle durchschritten zu haben. Im ersten Quartal 2006 war das Bruttoinlandsprodukt mit einer Jahresrate von 1,9 Prozent gewachsen.

Analysten rechnen damit, dass diese positive Entwicklung keine Eintagsfliege war. Es sei nicht zu erwarten, dass die Wirtschaft in eine Phase der Deflation zurückfalle, meint Hiromichi Ishikawa von Credit Suisse Securities. Unternehmen und Banken seien wieder in guter Verfassung. Das Wachstum werde auch im nächsten Jahr anziehen – auf anderthalb bis zwei Prozent.

Aus den Finanzmärkten ist nach der Zinserhöhung die Unsicherheit erst einmal verschwunden. Der Yen legte gegenüber dem Euro leicht zu.