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Ruhe vor dem Sturm? Beiruter verlassen die Stadt oder bauen vor

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Ruhe vor dem Sturm? Beiruter verlassen die Stadt oder bauen vor

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Die Menschen in Beirut bereiten sich auf einen längeren bewaffneten Konflikt vor – dabei haben sie den Bürgergkrieg vor zwei Jahrzehnten noch nicht vergessen. Viele verlassen die Hauptstadt. Die, die bleiben, wie die Männer in einem Cafe im Süden der Stadt, haben eine kurze Nacht hinter sich: “Ein Riesenknall hat mich aufgeweckt, meine Kinder rannten schnell zu mir herüber und suchten Schutz. Einige mussten sich sogar vor Angst übergeben”, erzählt einer von ihnen.

Es ist die Ruhe vor dem Sturm, fürchten die Beiruter. Sie decken sich mit Kerzen, Sprit, Essen und Medikamenten ein. Noch ist alles zu haben, doch die Kunden kaufen mehr als sonst, auch wenn es noch keine Hamsterkäufe sind. Ein Reisebüroangestellter klagt über die Absagen etlicher Reisegruppen, dabei sollte dieses Jahr ein Rekordjahr werden. Die Leute hätten bezahlt, doch jetzt sei der Flughafen gesperrt, sie kämen nicht weg und das Reisebüro habe den Schwarzen Peter.

Eine andere Passantin klagt: “Wir finden einfach keine Ruhe. Wir haben schon so viele Kriegsjahre hinter uns. Lange Zeit haben wir im Ausland verbracht. Sie sollen uns doch einfach alle zufrieden lassen.” Viele Bewohner Beiruts haben sich in den umliegenden Bergen in Sicherheit gebracht. Zahlreiche Geschäfte bleiben verriegelt.

Die europäischen Regierungen bemühen sich, ihre Landsleute aus dem Libanon zu bringen. Doch eine sichere Ausreiseroute gibt es nach der Bombardierung des Flughafens durch Israel und der Seeblockade nicht.