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70 Jahren nach Francos Putsch

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70 Jahren nach Francos Putsch

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Am 18. Juli 1939 putschen in Spanien Militärs gegen die gewählte Regierung der Republik. Gewerkschafter, Sozialisten, Anarchisten griffen daraufhin ebenfalls zu den Waffen, um die im Februar gewählte linke Regierung zu verteidigen. Anführer der Putschisten war der General Francisco Franco. Mit Hilfe von Hitler und Mussolini besiegte er die Verteidiger der Republik und erreichtete eine Diktatur, die bis zu seinem Tode 1975 dauern sollte.

Als der Krieg 1939 entschieden war, flohen tausende Verteidiger der Repubik mit ihren Familien nach Frankreich – viele von ihnen starben in deutschen Konzentrationslagern.

In Spanien kennt man keine “Vergangenheitsbewältigung”.
Nur ganz selten brechen die wenigen noch lebenden Zeitzeugen ihr Schweigen –

Das Dorf Belchite geriet zwischen die Linien der Aragon-Front. Es wurde völlig zerstört und nie mehr aufgebaut. Einer der damals ein Junge von 11 Jahren war, erzählt, wie sie sich versteckten, als “die Roten” ihr Maschinengewehr auf dem Balkon installierten.

Guernica. Die Stadt im Baskenland, an der die Luftwaffe Nazideutschlands ihre Bomber erprobte.
Dieser spanische Krieg war das Vorspiel für den Weltkrieg – auf beiden Seiten.

Staatliche Hilfe für die Republik kam nur von der UdSSR und von Mexiko.
Rund 60.000 Antifaschisten aus aller Welt schlugen sich einzeln nach Spanien durch, um in den “Internationalen Brigaden” gegen Franco zu kämpfen.

Die Engländerin Penny Fiewell war Sanitäterin.
Ihre Mahnung nach 70 Jahren:
“ Die Menschen wissen oft gar nicht mehr, was Krieg eigentlich bedeutet. Krieg ist eine schlechte Sache.”

In London erscheint nach 70 Jahren erstmals ein spanischer Botschafter zur Gedenkveranstaltung der Interbrigadisten.