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Interview mit Abdullah Gül, türkischer Außenminister

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Interview mit Abdullah Gül, türkischer Außenminister

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Die Welt braucht mehr Energie und diese Tatsache spielt Ankara in die Hànde. Dieser Überzeugung jedenfalls ist Abdullah Gül. Der türkische Außenminister erklärte dies am Rande der Eröffnung einer strategisch wichtigen Pipeline. Sie soll die künftige Versorgung des europäischen Marktes sichern. Zwischen dem russischen Energiegiganten und dem politisch instabilen Nahen-Osten, wird- so Abdullah Gül – die BTC,die Baku-Tbillissi-Ceyhan-Pipeline. die neue Seidenstraße des 21ten Jahrhunderts.

Abdullah Gül stellte sich dazu den Fragen von EuroNews.

Christoph Midol-Monnet,EuroNews: “ Durch diese Pipeline, entwickelt die Türkei neue Beziehungen zwischen dem Kaukasus und Zentralasien. Was bedeuten dies für die türkische Außenpolitik?”

Abdullah Gül:“Es ist richtig,das ist ein strategisches Projekt.Wir werden eine Millionen Barrel Öl täglich hineinpumpen. Und nicht nur kaukasisches Öl wird fließen, auch zentralasiatisches Öl ist dabei.Und kasachisches Öl wird durch die Pipeline fließen und hier vermarktet.”

EuroNews:” Sind das die neuen generellen Rahmenbedingungen der Türkei.Richtung Osten?”

Abdullah Gül: “Nein, wir verbinden Kontinente.Wir verbinden sie nicht nur in Istanbul mit einer Brücke, wir verbinden auch Ost mit West, also Zentralasien mit dem Westen. Deshalb ist dies ein strategisches Projekt.”

EuroNews: “Was ist mit Russland,dem große Ölproduzenten?
Ist es Konkurrent oder Verbündeter?

Abdullah Gül: “Nun, Russland ist unser Verbündeter. Wir bekommen auch Öl aus Russland. Da gibt es das
“Blue Stream Projekt”, welches jetzt gut läuft. Von Russland über das Schwarze Meer zu uns.Die Türkei ist nun ein Energie-Zentrum. Von Ost nach West, von Nord nach Süd und von Süd nach Nord.
Ägypten wird auch mit dem türkischen System verbunden.”

EuroNews: “ Welchen Einfluß hat das neue Feld der Energie für die Türkei, bei den Beitrittsverhandlungen mt der EU?”

Abdullah Gül: “Nun, zuerst einmal,schauen Sie mal auf die Studien über die Türkei, was es bedeutet, wenn wir der EU beitreten. Der Energiebereich nimmt dabei eine wichtige Rolle ein.Die Euroüpäische Union wird sicherer und die europäische Nachfrage nach Öl, wird durch die türkischen Verbindungen sicherer- und besser erfüllt.

EuroNews: “ Die Beitrittsverhandlungen hatten einen schwierigen Start. Brüssels Kritik richtete sich auf die Zypernfrage und die Redefreiheit. Was sagen Sie dazu?

Abdullah Gül: “Die Zypernfrage ist eine Sache für sich. Aber wir haben die Erweiterungsverhandlungen begonnen und den Überprüfungspart erfolgreich bestanden.
Ich denke,es sind nur noch drei oder vier Kapitel nicht beantwortet, doch wir kommen gut voran.
Wir wissen um unsere Verantwortung und wir werden diese erfüllen.Der Reformprozess in der Türkei wird weitergehen, ökonomisch wie demokratisch.

EuroNews: “Was antworten Sie ihren Kritikern zur mangelnden Strafrechtsreform und der Redefreiheit?”

Abdullah Gül: “Es gibt Redefreiheit in der Türkei. Es sitzt deswegen niemand im Gefängniss. Wir haben unsere Verfassung geändert, wir haben die Gesetze verändert, sie können ihre Meinung frei äußern.”

EuroNews: “Was wetten Sie wird ihr erster Beitritt sein: G8 ode EU?”

Abdullah Gül: “Das sind unterschiedliche Gebiete.Wir haben mit den Beitrittsverhandlungen begonnen. Wir konzentrieren uns darauf und ich bin sicher, wir werden die bestehenden Probleme bewältigen.
Wir sind uns unserer Verantwortung bewusst, wir werden unseren Weg weitergehen.

EuroNews : “Vielen Dank”

Abdullah Gül: “You are welcome”