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Exodus der Ausländer aus dem Libanon

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Exodus der Ausländer aus dem Libanon

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Inmitten anhaltender Raketenangriffe in Nahost läuft die Evakuierung der ausländischen Bevölkerung im Libanon auf Hochtouren. Die Briten schickten in der größten Evakuierungsaktion seit dem Zweiten Weltkrieg sechs Kriegsschiffe in die Krisenregion, um zunächst 3000 der rund 22 000 britischen Staatsbürger aus dem Libanon nach Zypern zu bringen. Amerikanische Militärhubschrauber sind seit Sonntag im Einsatz, um ihre Landsleute auszufliegen. 15 000 Amerikaner haben sich bereits bei der diplomatischen US-Vertretung in Beirut für eine Ausreise registrieren lassen.

Es würden große internationale Bemühungen unternommen, damit die Ausländer den Libanon verlassen könnten, sagte der britische Hochkommissar. Jedes Land sorge für seine eigenen Bürger und kooperiere zugleich mit den anderen. In Paris ist derweil ein erstes Flugzeug mit 450 Libanon-Flüchtlingen gelandet. Die Menschen waren mit einer von Frankreich gecharterten Fähre nach
Zypern verschifft worden.

In Madrid landeten am Abend weitere 152 Menschen, die über Syrien nach Spanien gelangt waren. Viele hatten seit Tagen auf die Ankunft ihrer Angehörigen aus der umkämpften Region gewartet. Wie ein amerikanischer Familienvater in Madrid. Er schäme sich und bedaure es, dass er als Amerikaner durch seine Steuern für das Leid und die Bombardierung des Libanon und den Tod so vieler Zivilisten mitverantwortlich sei.

Australiens Regierung ersuchte Israel um eine kurze Pause zur Evakuierung der Flüchtlinge. Israel wies dies mit dem Hinweis zurück, der Libanon sei “Kriegsgebiet”.