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Libanons Regierung: "Keine Verantwortung für Hisbollah"

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Libanons Regierung: "Keine Verantwortung für Hisbollah"

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Die libanesische Regierung erwägt offenbar, sich gegen Israels Angriffe zur Wehr zu setzen. Das wurde nach einer Kabinettssitzung in Beirut bekannt. Verteidigungsminister Elias el Murr lehnte jede Verantwortung für die Angriffe der radikal-schiitischen Hisbollah gegen Israel ab. Erneut appellierte Präsident Emile Lahoud an die Weltöffentlichkeit: “Jeden Tag haben wir jetzt tote Zivilisten und Armeeangehörige. Das ist kein Weg aus der Krise. Ich fordere von der internationalen Gemeinschaft einen Einsatz für ein Waffenstillstandsabkommen. Dann sehen wir weiter. “

Die libanesische Armee zählt 70 000 Mitglieder und ähnelt eher einer Polizeitruppe – mit einer Luftwaffe von nur 1 100 und einer Marine von 1 000 Mann. Sie gilt als wesentlich schwächer als die Hisbollah. Internationale Militärexperten trauen ihr die Sicherung der israelisch-libanesischen Grenze nicht zu.

Der libanesische Ministerpräsident Fouad Siniora richtete am Dienstag einen erneuten Hilferuf an die Weltgemeinschaft. Der als pro-westlich geltende Regierungschef bat zudem die arabischen Regierungen um Unterstützung, “um einen sofortigen Waffenstillstand zu erreichen”. Israel warf er Massaker an der libanesischen Zivilbevölkerung vor.

Seit Beginn der Kampfhandlungen haben israelische Kampfbomber immer wieder auch Angriffe auf die libanesische Armee geflogen – rund 90 Prozent der Todesopfer im Libanon waren jedoch Zivilisten. Israels Ministerpräsident Ehud Olmert sagte, die Offensive werde weitergeführt, bis die zwei entführten israelischen Soldaten freigelassen und die Hisbollah entwaffnet seien, und die libanesische Armee den Süden des Landes unter Kontrolle habe.