Eilmeldung

Eilmeldung

Politik im Libanon

Sie lesen gerade:

Politik im Libanon

Schriftgrösse Aa Aa

Seit der Unabhängigkeit 1943 wird der Libanon immer wieder durch Kämpfe verschiedener Interessengruppen zerrissen.
Hinter den einen steht der mächtige Nachbar Syrien.
Wer Damaskus seinen Einfluß streitig machen will,
riskiert sein Leben – wie der Anfang 2005 ermordete Rafik Hariri.

Seine Truppen hat Syrien nach internationalem Druck aus dem Libanon abziehen müssen.
Hat die von Syrien und Iran mit monatlich 50 Millionen euro geförderte Hisbollah deren Rolle übernommen?

In der im Mai 2005 gewählten Regierung haben erstmals Hisbollah-Vertreter Sitz und Stimme.
Sie können sich dabei auf die stärkste Militärmacht im Lande stützen.
Entwaffung der Hisbollah-Milizen, wie es der Syrien-freundliche Staatschef Emile Lahoud nach langem Zögern auf die Tagesordnung eines “Nationalen Dialogs “ setzte, erscheint völlig unmöglich.

Nicht zuletzt wegen der Rivalitäten der Religionsgruppen und der wechselnden Allianzen, die sich daraus ergeben.

Da kann es passieren, dass der christliche General Michel Aoun, der einst wegen seines Widerstandes gegen den syrischen Einfluß das Land verlassen musste, nun als Verbündeter der Hisbollah erscheint.

Als maronitischer Christ käme er nach den sogenannten “Proporz der Konfessionen” für den Posten des Staatspräsidenten in Frage.
Angesichts der realen Machtverhältnisse braucht er dazu aber die Unterstützung der schiitischen Hisbollah.
Die ist inzwischen im Libanon so etwas wie “ein Staat im Staate”.

Syrien hat die Hisbollah immer gefördert.
Besorgt die nun auch das Geschäft Syriens, dessen Machthabr einen eigenen Waffengang gegen Israel zu vermeiden sucht?
Oder steht Syrien da wie der Zauberlehrling, der die Kräfte, die er rief, nicht mehr bändigen kann?