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Jeder 8. Libanese ist auf der Flucht

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Jeder 8. Libanese ist auf der Flucht

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Dies ist einer von vier Grenzübergängen zwischen Libanon und Syrien. Rund 150.000 Libanesen sind seit Beginn der israelischen Bombenangriffe ins Nachbarland geflohen. Diese Zahl beruht auf einer Schätzung des Roten Halbmondes.

Ein alte Frau kann die Tränen nicht mehr zurückhalten: “ Gestern wurde ich von meiner Familie getrennt. Es fielen überall Bomben. Ich kann noch gar nicht fassen, dass ich es bis hierher geschafft habe. Mein Herz rast wie wild. Ich weiss nicht, wo meine Familie ist.”

In Damaskus müssen sich jene, die keine Verwandten vor Ort haben, in solchen Flüchtlingszentren melden. Libanesen, die noch einen zweiten Paß besitzen, versuchen zumeist über den Flughafen von Damaskus die ganze Region hinter sich zu lassen. Der junge Mann, der erst am Morgen den Flughafen erreicht, dankt Gott, dass seine Papiere komplett sind.

Das gefährlichste Stück des Weges begann für viele hier – im Süden des Libanon. Hier haben die Hisbollah-Milizen ihre Raketenstellungen versteckt – hier fliegt die israelischen Luftwaffe einen Angriff nach dem anderen. 400 Dollar kostet ein Taxi nach Beirut, wenn man eins bekommt. Mit allem was fährt versuchen Menschen aus dem Kriegsgebiet zu entkommen.

Die Vereinten Nationen rechnen mit 500.000 Menschen, die in wegen der Bombenangriffe ihre Häuser verlassen haben.
Bei einer Einwohnerzahl von 4,2 Millionen bedeutet das, nahezu jeder achte Libanese ist auf der Flucht.

In dem nach einem langen Bürgerkrieg gerade erst wieder aufgebauten Land droht die Infrastruktur zusammenzubrechen.
Flüchtlinge kampieren in den Parks der Hauptstadt Beirut. Gleichzeitig steigen die Preise – für Obst und Gemüse bereits auf das Vierfache.
Eine junge Mutter klagt:
“Warum das alles? warum müssen wir wie die Bettler auf der Straße hausen?
Ich will nur noch heim!”

Dabei wächst im Libanon die Angst, wenn erst einmal die Ausländer weg sind, könnten die Bombenangriffe noch schlimmer werden.”

3.16 fin