Eilmeldung

Eilmeldung

Erste freie Wahl im Kongo seit vierzig Jahren

Sie lesen gerade:

Erste freie Wahl im Kongo seit vierzig Jahren

Schriftgrösse Aa Aa

Die Wahlen heute im Kongo – ein gigantisches Unternehmen. Jeder der rund 25 Millionen Wähler musste registriert werden, noch das entlegenste der fünfzigtausend Wahllokale mit allem Nötigen versorgt – das alles in einem Land so groß wie Westeuropa, aber fast ohne Straßen oder andere Infrastruktur.

“Jetzt ist alles fertig,” verspricht dieser Mann von der Wahlkommission. “Früh halb sieben kann es losgehen, bis abends halb sechs.” Anderthalbtausend internationale Beobachter sind im Land, die wie hier die Vorbereitungen kontrolliert haben und auch den Wahlsonntag selbst überwachen. Seit gut vierzig Jahren gab es keine freie Wahl mehr in der Demokratischen Republik Kongo, dem früheren Zaire. Die Menschen sind bettelarm, obwohl ihr Land über unglaubliche Bodenschätze verfügt.

Das will jeder ändern, der sich zur Präsidentenwahl stellt – mehr als dreißig Kandidaten. Die meisten Chancen hat wohl Joseph Kabila, seit fünf Jahren schon Präsident einer Übergangsregierung. Aussichtsreichster Gegenkandidat ist sein Vizepräsident Jean-Pierre-Bemba, ein früherer Rebellenführer. Außerdem wählen die Kongolesen heute ein Parlament: Dafür kandidieren noch einmal fast zehntausend Kandidaten. Ergebnisse werden frühestens im August erwartet.