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Illegale Einwanderer vor Europas Küsten

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Illegale Einwanderer vor Europas Küsten

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Das sind die jüngsten Bilder vom Ansturm der Armen aus Afrika auf das reiche Europa. Gegen Mittag landete dieses Boot mit hundert Menschen auf der italienischen Insel Lampedusa. Sie liegt nur 300 Kilometer von der libyschen Küste entfernt – das ist der kürzeste Weg im östlichen Mittelmeer von Afrika nach Europa. In der Nacht zuvor hatten wieder vier Boote mit insgesamt 200 Insassen die zu Spanien gehörenden Kanarischen Inseln erreicht. Kurz zuvor waren bei der Insel Teneriffa zwei Afrikaner tot aus dem Atlantik geborgen worden.

13.000 illegale Einwanderer sind seit Jahresbeginn auf den Kanarischen Inseln gelandet; 9.500 auf Lampedusa. Viele von ihnen haben vergeblich die gefährliche Überfahrt gewagt – sie wurden zurückgeschickt. In Mali haben diese gescheiterten Migranten einen Verein zur gegenseitigen Hilfe gegründet mit Namen “Heimkehr – Arbeit – Würde”. Wenn sie an Stelle der europäischen Regierungen wäre, sie würde in den Auswanderungsländern für Infrastruktur, für Fabriken, für Arbeitsplätze sorgen, sagt Vereinmitglied Aminata.

Weil die europäischen Regierungen aber nicht auf Aminata hören, müssen in Mali 70 Prozent der Bevölkerung mit weniger als einem Euro pro Tag auskommen. Einer der Heimgeschickten bekennt voller Bitternis, lieber wolle er hier verhungern als noch einmal all die Demütigungen im fremden Land zu erdulden. Andere werden wieder und wieder ihr Glück in der Ferne suchen, denn mit Grenzsicherung allein wird Europa das Problem nicht lösen können.