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Fidel Castro wegen Erkrankung vorläufig nicht im Amt

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Fidel Castro wegen Erkrankung vorläufig nicht im Amt

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Zwei Wochen vor seinem achtzigsten Geburtstag hat der kubanische Staats- und Parteichef Fidel Castro erstmals seine Regierungsgeschäfte abgegeben. Aus Gesundheitsgründe betraute er seinen Stellvertreter, seinen jüngeren Bruder Raul Castro, mit der Führung der Amtsgeschäfte – vorläufig, wie es in der Mitteilung des kubanischen Fernsehens hieß. Der Revolutionsführer habe sich einer Darmoperation unterziehen müssen, wegen einer Darmblutung, erklärte der Sprecher. Die Amtsgeschäfte übernehme vorläufig der erste Vizepräsident der Regierung, Raul Castro. Der 75-jährige General und Verteidigungsminister wäre laut Verfassung rechtmäßiger Nachfolger seines Bruders Castro, der die Karibikinsel seit der Revolution von 1959 regiert.

Korrespondenten berichteten, die Menschen in Kuba hätten sichtlich betroffen auf die Meldung reagiert. Auf den Straßen der Zwei-Millionen-Metropole Havanna herrschte Ruhe; es gab keine Anzeichen einer verstärkten Polizeipräsenz. Über den Gesundheitszustand des Revolutionsführers wird seit langem spekuliert. Vor fünf Jahren erlitt er vor aller Augen einen Schwächeanfall. Diesmal erklärte er, seine Erkrankung sei die Folge von Überarbeitung. Er rief die Kubaner zur Wachsamkeit auf und warnte vor Machenschaften der USA.