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Raul Castro vertritt Bruder Fidel

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Raul Castro vertritt Bruder Fidel

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“Patria o muerte – venceremos” Aus Fidels Mund klingt sie schon etwas undeutlich genuschelt, die berühmte Losung “Vaterland oder Tod – wir werden siegen”. Kubas “maximo lider” ist alt geworden und nun auch noch krank. Seine Nachfolge will Fidel Castro aber selbst regeln, solange ihm noch die Kraft dazu bleibt.

Eigentlich ist schon alles vorbereitet – Fidels 5 Jahre jüngerer Bruder Raul ist längst in allen Ämtern Fidels Stellvertreter und dazu Verteidigungsminister. “ Nach mir hat er die meiste Erfahrung”, so die Meinung des älteren Bruders über den jüngeren.
Raul scheint gut vorbereitet und gibt sich selbstsicher in dem Maße, wie es die Partei einem guten Kommunisten erlaubt:“Natürlich würde ich die entsprechende Autorität haben und andere Genossen auch. Aber wir wollen, dass zuerst die Partei die Autorität hat.”

Gut vorbereitet auf künftige Aufgaben scheint auch der junge Außenminister, Fidels langjähriger persönlicher Sekretär Filipe Peres Roque, ebenso Carlos Lage, der für Wirtschaftsreformen zuständige Vize-Präsident des Staatsrates. In dieser zweiten Reihe steht auch Parlamentspräsident Ricardo Alcaron bereit.

Der Direktor des Instituts für kubanische Studien an der Universität von Miami urteilt: “Castro hat seinen jüngeren Bruder über Jahre hinweg als seinen Nachfolger aufgebaut. Er hat dem Militär mehr Macht gegeben, er ist dabei, die Parteistrukturen zu stärken, damit sie die Macht übernehmen, wenn er stirbt. Also sieht er die Revolution als etwas das ihn und auch seinen Bruder Raul überleben wird. Hier handelt es sich um eine schnelle und leichte Amtsnachfolge – aber dann kommt ein sehr langsamer uns schwieriger Übergangsprozeß.” Nach fast einem halben Jahrhundert an der Macht könnte es sein, dass Fidel Castros Zeit abgelaufen ist.