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Kubanische Wirtschaft

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Kubanische Wirtschaft

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Nach ihrem Sieg am Neujahrstag 1959 begannen die Revolutionäre um Fidel Castro sofort mit der Verstaatlichung der Unternehmen in ausländischem Besitz. Es folgte die Enteignung der zum Teil schon geflohenen alten kubanischen Oberschicht.

Das daraus entstandene Wirtschaftsmonopol des Staates konnte über Jahrzehnte nur dank der Hilfe der sozialistischen Brüder funktionieren. Die kauften Kubas Landwirtschaftsprodukte zu überhöhten Preisen und lieferten billig Industrieprodukte und Erdöl. Die UdSSR zahlte zuletzt 5 Milliarden Dollar Finanzhilfe pro Jahr – das entspricht einem Sechstel des heutigen kubanischen Bruttosozialproduktes.

1990 brach der “real existierende Sozialismus” zusammen – und damit auch Kubas Wirtschaft. Kubas Führer ersannen zur Rettung die “Sonderperiode”, eine Liberalisierung besonders der Tourismuswirtschaft Seither steigen die Deviseneinnahmen aus dem Tourismus beträchtlich.

Marktwirtschaftliche Elemente wurden auch in anderen Bereichen zugelassen. Über Joint Ventures kommt einiges an Auslandskapital ins Land. Wichtigstes Produkt der Landwirtschaft ist das Zuckerrohr – der Zuckerpreis auf dem Weltmarkt ist aber großen Schwankungen unterworfen. So trägt die Landwirtschaft nur 6,6 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt bei, obwohl sie fast ein Viertel der Arbeitskräfte beschäftigt. Zuwachsraten verzeichnet – auch aus der Not heraus – die Erdölförderung.
Das Land braucht Energie, egal wie unrentabel diese zu beschaffen ist.

In dieser Lage können sich Castro und Co. keinen besseren Freund wünschen als Hugo Chavez. Der Präsident Venezuelas schickt Erdöl zum Sonderpreis und bekommt dafür 20.000 gut ausgebildete kubanische Ärzte zur Aushilfe. Bildung als Exportartikel – ganz im Sinne des Castro-Spruches “ die künftigen Schlachten werden nicht mehr mit Waffen entschieden sondern mit Ideen.” Von den Ideen der Revolutionsführer, von deren pragmatischer Wandelbarkeit zumal, dürfte auch die Zukunft der kubanischen Wirtschaft abhängen.