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Amateurvideo von 1995 zeigt Verbrechen an serbischen Zivilisten

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Amateurvideo von 1995 zeigt Verbrechen an serbischen Zivilisten

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Bosnische und kroatische Justizbehörden ermitteln wegen möglicher Kriegsverbrechen an serbischen Zivilisten im Sommer 1995. Basis für die Ermittlungen sind Amateuraufnahmen, die während einer kroatischen Offensive auf die damalige, von aufständischen Serben kontrollierte “Republik Serbische Krajina” entstanden. Die Bilder, die am Wochenende bereits von Fernsehsendern in Serbien und Bosnien ausgestrahlt wurden, zeigen Erschießungen und Msshandlungen serbischer Flüchtlinge.

Auch soll zu sehen sein, wie ein Mann, der sich ergibt und die Hände hoch hebt, niedergeschossen wird. Die Staatsanwaltschaft Bosniens sammele “intensiv” alle Informationen und Beweise über diesen Fall, sagte ein Justizsprecher in Sarajevo. Die Staatsanwaltschaft Kroatiens verlangte vom Innenministerium in Zagreb die “kriminalistische Bearbeitung” der Aufzeichnungen. Bei der kroatischen Offensive in der Krajina 1995 wurden 200 000 Serben vertrieben; hunderte wurden getötet, meist ältere Menschen, die nicht fliehen konnten. Die serbische Staatsanwaltschaft hat die Amatueraufnahmen unterdessen an den Internationalen Gerichtshof in Den Haag geschickt.