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Libanesen kehren in ihre Heimat zurück

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Libanesen kehren in ihre Heimat zurück

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Die Straßen sind entweder zerstört oder verstopft – aber die Menschen im Libanon, die vor den israelischen Angriffen der letzten Wochen fliehen mussten, wollen einfach nur wieder zurück nach Hause.

Viele feiern das wie einen Sieg: Anhänger der Hisbollah-Miliz verteilen Plakate mit dem Bild ihres Anführers Hassan Nasrallah – viele nehmen das Angebot gerne an. Auf Flugblättern gratuliert die Hisbollah den Menschen außerdem zu ihrem großen Sieg und dankt ihnen für ihre Geduld.

Endlich kehren wir zurück, dank Gottes Hilfe, sagt ein Mann. Und zumindest, solange sie ihre vielleicht zerstörten Häuser noch nicht gesehen haben, überwiegt auch bei vielen anderen die Freude.

Auf diesen Moment hätten sie alle gewartet, sagt ein anderer. Nun könnten sie in ihre Dörfer zurück – erhobenen Hauptes, als Sieger. Auch eine Frau ist froh zurückzukehren; allerdings wisse man nicht, was man zuhause vorfinde.

Tausende Vertriebene waren es, die schon gleich am Morgen, nach Beginn der Waffenruhe, aufbrachen. Fast alle fuhren auf der Küstenstraße von Sidon nach Tyrus: Auch diese Verbindung ist teilweise zerstört, notdürftige Reparaturen sind aber schon im Gange.

Viele der Zurückkehrenden haben schon wieder den Fluss Litani überschritten, rund zwanzig bis dreißig Kilometer vor der Grenze. Bei Lufteinsätzen waren israelische Soldaten bis hierher vorgedrungen.

Israel hat die Menschen aufgefordert, erst abzuwarten, bis internationale Truppen hier stationiert sind. Sie würden sonst als Hisbollah-Kämpfer betrachtet und müssten mit Angriffen rechnen.

Eine weitere Gefahr für die Rückkehrer sind Blindgänger – Granaten und Raketen, die nicht explodiert sind. Libanesische Medien fordern die Menschen deshalb auf, keine unbekannten Gegenstände zu berühren.