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Trümmerbilanz im Libanon

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Trümmerbilanz im Libanon

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Über libanesischen Trümmern schwenkt einer die Hisbollah-Fahne.
Zerschlagen ist sie offensichtlich nicht, die Organisation, die sich die Vernichtung Israels auf die Fahnen geschrieben hat.
Was hat Israel dann erreicht?
Der Schweizer Journalist und Kenner der Region Alan Ben David meint:“Ein Ziel war es, das Bild eines wehrhaften Israels ín den Augen der Nachbarschaft wieder herzustellen und das ist gelungen. Es zeigt, dass man nicht einfach zwei Soldaten entführen kann und glauben, dass man damit durchkommt.”

Libanesen, Flüchtlinge im eigenen Land, die seit Wochen in Schulen oder wie hier unter freiem Himmel campieren, packen ihren Sachen.
Sie sind die eigentlichen Verlierer dieses Krieges.
Eine schlimme Bilanz:
Mehr als tausend Tote auf libanesischer Seite.
jeder vierte Libanese musste Haus und Hof verlassen.
Israel betrauert mehr als 150 Tote.
Jeder 20. Israeli wurde in die Flucht getrieben.

Was bleibt, gleicht für den kleinen Libanon einer wirtschaftlichen Katastrophe.
Das Land hatte gerade erst begonnen, sich vom jahrzehntelangen Bürgerkrieg zu erholen.
Vor allem die zerbombte Infrastruktur macht alle Aufbaubemühungen wieder zunichte.
Häfen, Flughäfen, Versorgungseinrichtungen liegen in Trümmern. 73 Brücken und 630 Kilometer Straßen sind unpassierbar. Die Kosten der Schäden werden auf 2,5 Milliarden Dollar geschätzt, das sind mehr als 2 Milliarden euro.

Wer soll das alles wieder aufbauen?
Wer wird den Mut dazu haben in dieser unsicheren Region? Man muss befürchten, dass gerade die gut ausgebildeten Libanesen, die in anderen Ländern eine Chance haben, ihrem zerstörten Land den Rücken kehren.