Eilmeldung

Eilmeldung

Libanesen kehren massenhaft in Heimatorte zurück

Sie lesen gerade:

Libanesen kehren massenhaft in Heimatorte zurück

Schriftgrösse Aa Aa

Flugblätter regnen vom Himmel über der libanesischen Stadt Tyrus, israelische Flugblätter. Darin wiederholt Israel seine Warnung an die Flüchtlinge, die seit gestern in Scharen wieder in ihre Heimatorte im Südlibanon zurückkehren: Sie sollen damit noch warten, bis libanesische und UNO-Soldaten diese Abschnitte übernommen hätten.

Der Strom der Rückkehrer nimmt allerdings kein Ende. Dazu kommen Hilfstransporte, die in den Auto- und Menschenmengen eingeschlossen sind und auf den zum Großteil zerstörten Straßen nur ebenso langsam vorankommen. Während der Kämpfe waren nach libanesischen Angaben eine Million Menschen auf der Flucht – etwa jeder vierte Libanese.

Die Gefühle der Rückkehrer sind gemischt; bei vielen ist es die Freude, die im Vordergrund steht, bei anderen aber auch einfach nur Wut; die Wut auf Israel. “Israel hat unsere Häuser zerstört, unsere Kinder getötet,” sagt eine Rückkehrerin; “es gibt keinen Frieden mit Israel, keine Freundschaft.”

Auch in die zerstörten Gegenden der Hauptstadt Beirut wagen sich wieder Menschen. Diese Stadtteile im Süden galten als Hochburg der Hisbollah-Miliz. Dementsprechend heftig wurden sie einen Monat lang beschossen. In den Trümmern wurden hier heute dreizehn Tote gefunden, unter ihnen auch Kinder. In anderen Orten im Südlibanon waren es weitere 25 Leichen. Etliche Menschen werden auch noch vermisst.

In der Nähe der Stadt Tyrus kehrt eine Frau, eine Mutter mit fünf Kindern, nach Wochen in einem Flüchtlingslager zurück. Ihr Haus findet sie nur noch in Trümmern vor – aber nicht alles ist zerstört. Stolz zeigt sie ein unversehrtes gerahmtes Bild des Hisbollah-Führeres Hassan Nasrallah vor: Für die Libanesin ist das ein Beleg, dass ihr Volk gläubig und stark ist.