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Umstrittener Besuch in Japans Schrein für Kriegstote

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Umstrittener Besuch in Japans Schrein für Kriegstote

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Trotz scharfer Kritik hat Japans Ministerpräsident Junichiro Koizumi erneut den Yasukuni-Gedenkschrein für Kriegstote besucht. In dem Schrein in der Hauptstadt Tokio werden zweieinhalb Millionen Gefallene geehrt. Unter ihnen sind aber auch hochrangige Kriegsverbrecher. Die Nachbarländer China und Südkorea verurteilten deshalb auch diesmal wieder den Besuch. Beide Länder waren Opfer japanischer Kriege und Besetzung.

Koizumi besucht den Schrein seit Beginn seiner Amtszeit 2001; die Ministerpräsidenten vor ihm hatten schon länger darauf verzichtet. Zusätzlich war der jetzige Besuch der erste an einem 15. August: dem Jahrestag der japanischen Kapitulation im Zweiten Weltkrieg. Zusammen mit Kaiser Akihito nahm Koizumi außerdem an einer Gedenkveranstaltung für die Kriegstoten teil. Dort sprach er davon, dass Japan anderen Ländern großes Leid zugefügt habe. Dafür wolle er im Namen seines Volkes sein tiefes Bedauern ausdrücken.

Auch in Japan selbst sind Koizumis Besuche am Yasukuni-Schrein umstritten. Rund hundert Demonstranten zeigten ihren Unmut. Sie kamen aus ganz Japan, aber auch aus Taiwan und Südkorea. Die Beziehungen Japans zu den Nachbarn sind durch die Schreinbesuche auf einen Tiefpunkt gesunken. Allerdings gibt Koizumi nächsten Monat sein Amt ab; ob sein Nachfolger die Besuche fortsetzt, ist noch unbekannt.