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Libanons Armee nach Jahrzehnten wieder im Süden

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Libanons Armee nach Jahrzehnten wieder im Süden

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Es ist nicht ungefährlich für die vertriebenen Libanesen, in ihre Heimatorte zurückzukehren. Überall zwischen den Trümmern können noch Blindgänger liegen; libanesische Soldaten sprengen solche Granaten jetzt in die Luft. Auch sonst ist die libanesische Armee im Süden des Landes zunehmend präsent: Etliche Einheiten haben schon den Fluss Litani überquert, rund dreißig Kilometer vor der Grenze. Damit übernehmen sie nach fast vierzig Jahren wieder die Kontrolle in diesem Landstrich.

Jahrelang war hier die Hisbollah die beherrschende Kraft; davor kontrollierte eine mit Israel verbündete Miliz das Gebiet. Bis zu fünfzehntausend libanesische Soldaten sollen nun im Süden des Landes dafür sorgen, dass es keine Angriffe der Hisbollah auf Israel mehr gibt.

Dabei werden sie mit der neuen UNO-Truppe zusammenarbeiten, die etwa genauso stark werden soll. Wenn es aber an eine Entwaffnung der Hisbollah gehen sollte, ist der Kommandeur der jetzigen Truppe, der Franzose Alain Pellegrini, zurückhaltend: Das sei im Moment kein Problem der UNO-Truppe, sondern des Libanon.

Dessen Regierung will aber keine Konfrontation mit der Hisbollah, und selber abgeben wird die Miliz ihre Waffen schon gar nicht. Und auch die neue, viel größere Blauhelmtruppe hat für eine Entwaffnung kein Mandat.