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Massaker von Srebrenica: Größter Prozess vor Den Haager Kriegsverbrechertribunal fortgesetzt

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Massaker von Srebrenica: Größter Prozess vor Den Haager Kriegsverbrechertribunal fortgesetzt

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Elf Jahre nach dem Massaker von Srebrenica ist vor dem Internationalen Kriegsverbrechertribunal in Den Haag der bislang größte Prozess fortgesetzt worden. Fünf Männer müssen sich wegen Völkermordes verantworten. Allen insgesamt sieben Angeklagten werden Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit zur Last gelegt. Chefanklägerin Carla del Ponte warf zum Auftakt den serbischen Behörden vor, nicht genug zur Ergreifung der Hauptverantwortlichen Mladic und Karadzic zu tun.

Das Massaker in Srebrenica gilt als eine der schlimmsten Gräueltaten in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg. Die bosnisch-serbischen Soldaten hatten im Juli 1995 tausende Muslime in der ostbosnischen Moslem-Enklave eingekreist und die Männer von Frauen und Kindern getrennt. In den darauf folgenden Tagen ermordeten sie mehr als 7.000 Männer und Jungen und verscharrten die Leichen in Massengräbern.

Erst in der vergangenen Woche wurden in einem Dorf nahe Srebrenica die Überreste von über tausend Opfern exhumiert. Sechs Männer sind bislang wegen des Massakers verurteilt worden, der höchstrangige erhielt wegen Völkermordes eine Haftstrafe von 35 Jahren.