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"Welt-Wasser-Woche" in Stockholm

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"Welt-Wasser-Woche" in Stockholm

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Wasser ist ein besonderer Rohstoff, weil von ihm das Überleben von Mensch und Umwelt abhängt.
Am schnellsten wächst derzeit der Durst der Industrie, auf die weltweit 18 Prozent des Wasserverbrauchs entfallen.
Der Wassermangel – so haben Experten herausgefunden – ist zu 98 Prozent menschengemacht.
Verschwendung, schlechtes Management, löcherige Technik lassen zum Beispiel in der Großstadt London täglich eine Wassermenge versickern, mit der man 300 olympische Schwimmbecken füllen könnte.

Das ist keine Ausnahme, wie unsere Karte zeigt. Wenn nicht ganz schnell etwas geändert wird, werden 2070 die rot markierten Gebiete Europas unter massivem Wasser-Mangel leiden – in den gelb markierten wird man gerade so zurechtkommen.

Das in Stockholm angesiedelte “Internationale Wasserinstitut” hat daher Fachleute aus 140 Ländern zum einem Kongreß zusammnegeholt. Denn das Problem lässt sich nur gemeinsam lösen. Frank Rijsberman, der in Sri Lanka für Wassermanagement zuständig ist, hält eine böse Überraschung bereit: Nicht erst 2025, wie noch vor sechs Jahren berechnet, sondern bereits heute leidet jeder dritte Erdenbewohner in irgend einer Weise an Wassermangel.

Das meiste Wasser – 74 Prozent weltweit – verbraucht die Landwirtschaft. Aber mit sehr unterschiedlichen Ergebnissen. Für die Produktion von einem Glas Milch braucht man im Durchschnitt 200 Liter Wasser. Für ein Kilo Getreide bis zu 4.000 Liter – aber für ein Kilo Fleisch aus der westlichen industriellen Tierhaltung werden 10.000 Liter Wasser verbraucht.

Entscheidend ist auch, wie in der Landwirtschaft bewässert wird.
In Entwicklungsländern – aber auch Spanien – geschieht das oft noch durch Überfluten der Felder, wobei rund die Hälfte des eingesetzten Wassers verdunstet oder versickert.
Die effektivere Methode der “Tröpfelbewässerung” mit durchlöcherten Schläuchen verlangt aber Investitionsmittel.
Westliche Hilfsorganisationen sammeln Geld, um Brunnen bohren zu lassen.
Auch dabei wird viel falsch gemacht.
So lässt extensive Ausbeutung durch Tiefbrunnen den Grundwasserspiegel weiter absinken.
Korruption und fehlende Infrastruktur tun häufig ein Übriges.