Eilmeldung

Eilmeldung

Israels Präsident der sexuellen Nötigung beschuldigt

Sie lesen gerade:

Israels Präsident der sexuellen Nötigung beschuldigt

Schriftgrösse Aa Aa

Wegen Vorwürfen der sexuellen Belästigung haben israelische Polizisten den Amtssitz von Präsident Mosche Katzav durchsucht. Die Beamten beschlagnahmten Computer und Dokumente in seiner Residenz in Jerusalem. Eine ehemalige Angestellte hatte das Staatsoberhaupt der sexuellen Nötigung bezichtigt. Katzav selbst bestritt die Anschuldigungen und sprach von Erpressung. Er wird am Mittwoch in der Sache vernommen. Erst am Sonntag war der israelische Justizminister Chaim Ramon wegen ähnlicher Vorwürfe von seinen Funktionen zurückgetreten. Die Staatsanwaltschaft kündigte eine Anklage gegen ihn an, nachdem ein früherer Regierungsbeamter Anschuldigungen wegen sexueller Belästigung ausgesprochen hatte.

Der Skandal dürfte kaum unmittelbare politische Folgen haben. Allerdings reiht er sich in eine Serie von Vorwürfen gegen hochrangige Politiker ein. Zusammen mit der Unzufriedenheit über den Verlauf des Kriegs im Libanon haben sie das Vertrauen der Öffentlichkeit in Ministerpräsident Ehud Olmert und seine Regierung geschwächt. Derzeit seien die Menschen sehr frustriert, analysiert ein Polit-Experte. Vor allem die Reservisten, die von der Front zurückkehrten, fühlten sich getäuscht. Sie werfen der Regierung mangelnde Führung und Stringenz vor.

Doch damit nicht genug. Der israelische Rechnungshof untersucht die Umstände eines Immobiliengeschäfts von Ministerpräsident Ehud Olmert. Und sein Armeechef ist in die Kritik geraten, weil er wenige Stunden nach der Entführung der zwei israelischen Soldaten, die den Libanon-Krieg ausgelöst hatte, seine Aktienbestände verkaufte.