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Prozess gegen Saddam Hussein wegen Völkermords fortgesetzt

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Prozess gegen Saddam Hussein wegen Völkermords fortgesetzt

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In Bagdad ist den dritten Tag in Folge der Prozess gegen Saddam Hussein wegen Völkermords an den Kurden fortgesetzt worden. In diesem zweiten Verfahren gegen den früheren irakischen Diktator geht es um den so genannten Anfall-Feldzug 1988. In der Endphase des Krieges gegen den Iran waren nach unabhängigen Schätzungen 50.000 bis 100.000 im Grenzgebiet lebende irakische Kurden bei Giftgas-Angriffen getötet worden. Eine Zeugin berichtete, wie Flugzeuge Giftgas-Bomben über ihrem Dorf abwarfen und wie innerhalb kürzester Zeit hunderte Menschen an den Folgen umkamen. Ihr selbst gelang es damals, sich durch die Flucht in einen Keller zu retten. Sie ist heute nahezu blind und leidet Erkrankungen der Atemwege. Die Staatsanwaltschaft spricht von insgesamt mehr als 180 000 Toten. Das Regime Saddam Husseins begründete den Feldzug 1988 mit dem Vorwurf, die Kurden hätten auf der Seite der Iraner gekämpft.