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Spanien ruft in Flüchtlingsfrage Europa zu Hilfe

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Spanien ruft in Flüchtlingsfrage Europa zu Hilfe

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Spanien wünscht sich vom Rest Europas dringend mehr Unterstützung beim Bewältigen des Flüchtlingsstroms aus Afrika. Vizeregierungschefin Mar¡a Teresa Fernandez de la Vega reist deshalb diese Woche nach Finnland, das das aktuell den EU-Ratsvorsitz innehat. Allein im Monat August erreichten 4 800 afrikanische Emigranten Spanien, die meisten landeten per Schiff auf den kanarischen Inseln. Seit Jahresbeginn waren es mehr als 18 000 Bootsflüchtlinge, etwa viermal so viele wie im Jahr 2005 insgesamt.

Dabei sind bis zu 3000 Menschen umgekommen, schätzen Hilfsorganisationen wie das Rote Kreuz und der Rote Halbmond. De la Vegas Gesprächspartner in Finnland sind Präsidentin Halonen und Regierungschef Vanhanen. Auf EU-Ebene spricht sie mit Kommissionspräsident Barroso und den für Außenpolitik und´Innere Sicherheit zuständigen Kommissaren Ferrero-Waldner und Frattini.

Zur Zeit suchen Flugzeuge des spanischen Seenotrettungsdienstes zwei Boote mit afrikanischen Flüchtlingen, die rund 250 Kilometer vor den Kanaren von einem Schiff aus gesichtet wurden.Am Wochenende waren beim Untergang zweier Flüchtlingsboote vor der westafrikanischen Küste mindestens 22 Menschen ertrunken. Die Opfer hatten offenbar versucht, von Mauretanien und Senegal aus die Kanarischen Inseln zu erreichen. Boote dieses Typ transportieren oft bis zu 100 Menschen.

Zur Zeit finanziert die EU gemeinsam mit Spanien das Küsten-Überwachungsprojekt Hera II. Kosten: 3,2 Millionen Euro.