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Spanien verlangt in Flüchtlingsdrama mehr EU-Hilfe

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Spanien verlangt in Flüchtlingsdrama mehr EU-Hilfe

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Angesichts des anhaltenden Flüchtlingsstroms aus Afrika verlangt Spanien mehr Hilfe von der Europäischen Union. Hauptziel der illegalen Einwanderer sind die Kanarischen Inseln vor der westafrikanischen Küste. Allein in den letzten 24 Stunden kamen hier wieder mehr als 350 Flüchtlinge an. Viele von ihnen wurden aus ihren sinkenden Booten gerettet, als sie noch fast zweihundert Kilometer von der Inselgruppe entfernt waren. Durch diesen Einsatz sei eine Tragödie wie vor drei Tagen vor Mauretanien verhindert worden, sagt der Regierungsbeauftragte auf den Kanaren. Bei diesem Unglück war ein Boot mit bis zu 150 Menschen an Bord gekentert. Rund zwanzig Leichen wurden inzwischen an der mauretanischen Küste angeschwemmt; die anderen werden noch vermisst.

Viele der Flüchtlinge nehmen den Tod in Kauf, um nach Europa zu gelangen. Hilfsorganisationen gingen von insgesamt dreitausend Ertrunkenen aus, sagt der Einwanderungsminister der Inselregierung. Die offizielle Zahl liegt allein für dieses Jahr bei knapp fünfhundert: Das sind aber nur die Opfer, deren Leichen gefunden wurden. Bisher sind in diesem Jahr auf den Kanaren schon mehr als achtzehntausend Bootsflüchtlinge gelandet. Das sind fast drei Mal so viele wie im ganzen letzten Jahr.