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Spanien will Sonderkonferenz zu Afrika-Migranten

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Spanien will Sonderkonferenz zu Afrika-Migranten

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Eine Sonderkonferenz zum Problem des Flüchtlingsstroms aus Afrika will Spanien in den nächsten Tagen einberufen. Teilnehmer sollen die Mittelmeerstaaten der EU sein, kündigte Spaniens Vizeregierungschefin Mar¡a Teresa Fernandez de la Vega an. Ziel sei ein gemeinsamer Vorschlag zur Kontrolle der illegalen Immigration an den Südgrenzen Europas, erklärte Fernandez de la Vega nach einem Gespräch mit Finnlands Präsidentin Tarja Halonen in Helsinki.

Finnland hat zur Zeit die EU-Ratspräsidentschaft inne. Spanien fordert angesichts des anhaltenden Flüchtlingsstroms aus Afrika mehr Hilfe von der Europäischen Union. In den vergangenen 24 Stunden landeten Boote mit fast 400 illegalen Zuwanderern auf den zu Spanien gehörenden Kanarischen Inseln oder an der Südküste des Landes.

Manche wurden aus sinkenden Booten gerettet, als sie noch fast zweihundert Kilometer von der Küste entfernt waren.

Vor drei Tagen war vor Mauretanien ein Boot mit bis zu 150 Menschen an Bord gekentert. Rund zwanzig Leichen wurden inzwischen an der Küste angeschwemmt. Hilfsorganisationen schätzen, daß seit Jahresbeginn dreitausend Menschen ertrunkenen sind. Bisher sind in diesem Jahr auf den Kanaren schon mehr als achtzehntausend Bootsflüchtlinge gelandet. Das sind fast drei Mal so viele wie im ganzen letzten Jahr.

Die EU finanziert mit drei Millionen Euro für neun Wochen eine Aktion der Grenz-Agentur Frontex, die den Massenzustrom bremsen soll.

Damit seien die bis zum kommenden Jahr die Mittel erschöpft, ließ die EU-Kommission verlauten.

Die nächste Station von Fernandez de la Vega ist Brüssel.