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Schriftsteller Nagib Machfus mit 94 gestorben

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Schriftsteller Nagib Machfus mit 94 gestorben

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Er war der bekannteste Schriftsteller der arabischen Welt – der Ägypter Nagib Machfus: Im Alter von 94 Jahren ist er jetzt gestorben. Machfus schrieb mehr als vierzig Romane und Stücke. Seinen Stoff fand er bei den “kleinen Leuten” in seiner Heimatstadt Kairo, wo er 1911 geboren worden war. Ägypten verließ er zeit seines langen Lebens nur zweimal.

In der Kairo-Trilogie schilderte er schon in den fünfziger Jahren, wie die Moderne den Alltag dieser Menschen verändert. Diese Geschichte über die Konflikte zwischen drei Generationen in Anlehnung an Thomas Manns “Buddenbrooks” machte ihn weltberühmt.

Der liberale und tolerante Moslem Machfus zog sich oft den Zorn von Fanatikern zu – durch sein Werk, aber auch durch sein Eintreten für Frieden zwischen Ägypten und Israel. So begrüßte er den Friedensvertrag von 1979. Seine Bücher waren danach in vielen arabischen Ländern verfemt. 1994 wurde er von einem Eiferer niedergestochen. Gleich danach, noch im Krankenhaus, prangerte er solche Gewalt an: Sie sei gegen die Menschen, gegen die Freiheit und gegen den Islam.

Als erster arabischer Schriftsteller war Nagib Machfus mit dem Nobelpreis geehrt worden: 1988 war das – bis heute ist er der einzige geblieben. Was seine Unlust am Reisen angeht: Auch den Preis nahmen in Stockholm seine zwei Töchter für ihn entgegen.